Das Kind

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P.O.S. Musikredaktion

Nach 13 Jahren als Rapper und als HipHop- und Beat-Produzent spielt Lucas Pinnow alias Das Kind jetzt auf dem großen Spielplatz der harten und schweren Musik.

HipHop und Rap ist mir zu sauber geworden. Ich wollte wieder Dreck und die Leute und mich selbst herausfordern!

Er rollt das „r“ so geschmeidig und mit einem Hauch von Psychopathie über schwere Gitarren und Drums aus der Maschine wie kein anderer. Seine Mischung aus Rap und Gesang verleiht seinen Song die entsprechende Note.

„Was viele nicht wissen ist, dass ich jeden Song selbst schreibe, komponiere, programmiere und arrangiere. Ich liebe den Sound von synthetischen Drums und echten Instrumenten. Die Synthese bietet mir mehr Freiraum mich auszudrücken und zu präsentieren. Ich glaube das machen nicht viele so. Und selbst wenn das so ist, interessiert mich das wenig. MIDI-Gitarren klingen scheiße und der Sound von echten Instrumenten ist unverkennbar. Darum lasse ich mir die Gitarre einspielen. Ich beschäftige mich zwar viel mit dem Instrument, bin aber noch weit von gutem Spielen entfernt. Als „noch One-Man-Show“ ist diese Mischung optimal. Ziel ist es den richtigen Gitarristen und einen DJ zu finden, mit dem man die momentane Show vervollständigen und ausbauen kann. Ich nehme die Herausforderung an Metal oder Rock, oder wo man meine Musik auch einordnen mag, ohne die klassische Bandbesetzung zu machen.“

Sein Bühnendebüt gibt Das Kind im Medusa in Kiel-Gaarden.

Die Reaktionen waren überwältigend. Keiner kannte auch nur einen Song.

„Bis auf ein paar Freunde, die meine Kuschel-Single „Liebe“ kannten, gab es keinen der wusste was ihn erwartet. Und zu meiner Überraschung kam es richtig gut an und den Leuten hat die Show wahnsinnig gut gefallen!“

Der Abend war bunt gemischt und bevor Das Kind mit seiner harten Musik auf die Bühne kam spielten viele ausländische Gruppen nationale, heimische Musik. Unter anderem eritreischer Rap, syrische Volksmusik, etc. Es lag also eine sehr orientalisch angehauchte Atmosphäre in der Luft, die Das Kind mit seinem harten, schweren und staccato Sound durchschneidet. Mit weißer Schminke im Gesicht wie eine Pantomime und zwei Zöpfen wie Pippi Langstrumpf liefert Das Kind eine von Anfang bis Ende durchgeplante Power-Show ab.

„Auf der Bühne muss etwas passieren! Heutzutage kann sich jeder auf die Bühne stellen und seine Songs runterträllern. Doch hinter meinem Namen steht ein Konzept. Was ich mache ist nicht nur Songs schreiben, sondern eine Figur kreieren, die alles hinterfragt und sich alles erlauben kann. Freiheit in seiner reinsten Form. Die erste Show ist gespielt und natürlich muss die Show weiter reifen und ausgearbeitet werden. Aber Musiker und Künstler zu sein ist ein Prozess. Das passiert nicht von heute auf morgen. Kunst braucht Zeit. Wie ein guter Wein. Meine Lehrjahre im HipHop haben mir vieles mit auf den Weg gegeben. Und weil es dort nicht so sehr um eine krasse Show, sondern eher um Worte geht kann ich das mitnehmen und jetzt perfektionieren.“

Schon als Rapper war Das Kind, damals noch als Elpee, immer besser als das Publikum. Aber „das ist in diesem Genre nunmal so.“ 2,02 m geballte Energie und Lebensfreude! Das war Elpee damals schon und das ist Das Kind heute immer noch! „Wer sich nicht mitreißen lässt ist selber Schuld!“


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