BIG Five ESC 2018

article-author
Maik

Seit 2011 gibt es die Big Five Regelung beim Eurovision Song Contest. Diese besagt, dass die großen Teilnehmerländer Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und das Vereinigte Königreich automatisch qualifiziert sind.
Deutschland hat den Eurovision Song Contest bislang zweimal gewonnen. Nicole siegte 1982 mit ihrem Song „Ein bisschen Frieden“ zum ersten Mal für Deutschland. 28 Jahre später konnte Lena 2010 mit ihrem Song „Satellite“ den Eurovision Song Contest nach Deutschland holen.
Großbritannien und Frankreich stehen im Ranking der gewonnenen ESCs unter den Big Five etwas weiter oben. Beide haben jeweils fünfmal gewonnen. Spanien und Italien haben beim ESC ebenso wie Deutschland zweimal gesiegt.

Unterschiedlicher könnten die Beiträge der fünf Länder in diesem Jahr nicht sein. Während Deutschland mit Michael Schulte und „You let me walk alone“ auf eine höchst emotionale Ballade setzt, kommt SuRie aus Großbritannien mit „Storm“ etwas mitreißender daher. SuRie hat den Auftrag, nach den Platzierungen der letzten Jahre um den 20. Platz, die Briten musikalisch mal wieder in die Top Ten des ESC zu führen. Der tanzbare Popsong hat absolut das Zeug zum Ohrwurm und könnte so zum unterschätzten Überraschungsact werden. Zu den Favoriten gehört Großbritannien allerdings eher nicht. In dem Song geht es generell um zwischenmenschliche Konflikte, bei denen man nie aufgeben, sondern stärker als zuvor mit erhobenem Haupt um Frieden kämpfen sollte.

Frankreich kommt mit dem Elektro-Pop Duo Madame Monsieur daher. Diese singen in ihrem Song über das Mädchen Mercy, das auf einem Flüchtlingsboot auf die Welt kommt. „Mercy“, so heißt auch der Song und dieser steht nicht nur für ihren Namen, sondern das Mädchen verkörpert auch das Leid der auf der See gestorbenen Flüchtlingskinder. Doch das Leben derer möchte nun Mercy nachholen, indem sie 10.000 Jahre alt werden möchte. Am Ende bedankt sie sich für das geschenkte Leben und die Verschonung vor dem Krieg. Ein Lied mit einer unglaublichen Geschichte, einem Rhythmus, der passender nicht sein könnte und sofort ins Blut geht – Frankreich ist unter den Favoriten und hat gute Chancen auf den ESC Sieg.

Mit „Non mi avete fatto niente“ („Ihr habt mir nichts antun können“) starten Ermal Meta und Fabrizio Moro im ESC-Finale von Lissabon für Italien. Das Lied ist ein Plädoyer gegen Terror und erinnert an die sinnlosen Opfer der jüngsten Ereignisse. Mit einer eingängigen und individuellen Melodie tragen die beiden Künstler ihren Song leidenschaftlich vor. Mit diesem Beitrag befindet sich Italien aber auch schon in einer Grauzone des ESC-Regelwerks. Laut diesem sind nämlich keine politischen Songs erlaubt. Italien ist mutig, darf aber trotzdem mitmachen, da sich der Song noch im Bereich des erlaubten befindet. Unsere Musikredaktion traut den Italienern großes zu! Eine Platzierung in den Top Ten ist sehr gut möglich.

Spanien kommt mit einem wundervollen Schmusesong um die Ecke. Mit dem Song „Tu canción“ besingt das Duo Amaia Romero und Alfred Garcia die erste große Liebe. Zwar wird das Lied durchaus kraftvoll gesungen, doch die sehr zarten Stimmen kommen ohne große Höhen und Tiefen aus. Auf der Bühne wird Händchen gehalten, umarmt, tief in die Augen geschaut und sich geküsst. Aber trotz der ganzen körperlichen Nähe bleibt dem Zuhörer der Höhepunkt verwehrt – die Rede ist natürlich vom musikalischen Höhepunkt. Spanien muss sich gegen eine starke Konkurrenz durchsetzen, doch sicherlich wird sich der eine oder andere bei den Gedanken an die erste Liebe ertappen und mit dahin plätschern.

Das Finale des Eurovision Song Contest findet am 12. Mai statt und wir dürfen uns schon jetzt auf viele emotionale Botschaften und tolle Acts freuen.